Beobachtungsfähigkeiten

Ältere Menschen beobachten und richtig helfen

Beobachten im Pflegealltag

Zwischenmenschliche Fähigkeiten konzentrieren sich auf geäußerte Wünsche und Bedürfnisse, aber was ist mit den unausgesprochenen Wünschen und Bedürfnissen des Pflegebedürftigen? Aus verschiedenen Gründen kann ein Pflegebedürftiger nicht immer in der Lage sein, Wünsche und Bedürfnisse zu artikulieren, auszudrücken oder zu verbalisieren. Neurologische Erkrankungen können die kognitiven Funktionen oder die Sprache beeinträchtigen, was die korrekte Artikulation und Verbalisierung erschwert. Ein Pflegebedürftiger kann sich dafür entscheiden, seine Wünsche und Bedürfnisse nicht zu teilen oder zu verbalisieren, und muss aufhören, seine Privatsphäre zu schützen, oder er hat nie gelernt, wie er sich angemessen ausdrücken kann. Die Betreuer müssen ihre Fähigkeit nutzen, nonverbale Botschaften durch allgemeine Beobachtungen bei Besuchen zu erkennen.
Obduktionen können mehr Einblick in den Zustand und das Wohlbefinden des Pflegebedürftigen geben als das, was tatsächlich verbalisiert wird. Betreuer können lernen, die unausgesprochenen Botschaften der Pflegebedürftigen durch ihre Körpersprache und nonverbale Kommunikation genau zu lesen. Stimmungen und Gedanken können durch Blickkontakt, Mimik, Körpergesten, Körperhaltung und Gewohnheiten ausgedrückt werden. Pflege Info - Seniorenbetreuung Wien - Angehörige

Die Pflegekraft, der akute Beobachtungsfertigkeiten entwickelt, kann lernen, zu erkennen, was nicht verbalisiert wird, und überlegen, ob das Gesagte mit den Pflegebedürfnissen übereinstimmt und der Situation angemessen ist. Diese Beobachtungen können als Messstab für eine Veränderung des Funktionsstatus des Betreuungsempfängers dienen. Unabhängig davon, wie die Informationen vermittelt werden, gewinnt der Betreuer durch die Beobachtung von Handlungen, Einstellungen, Verhaltensweisen und des Lebensumfelds Einblick in den Betreuten.

Welche Worte, Handlungen und Verhaltensweisen wichtig sind, um zu bestimmen, was der Pflegebedürftige möglicherweise nicht sagt?

Erscheinungsbild

Körperliche Erscheinung und Auftreten sind ein starker Indikator für das Energieniveau, die Motivation und den Wunsch einer Person nach guter persönlicher Betreuung. Die physische Präsentation eines Pflegebedürftigen spiegelt oft wider, wie er sich körperlich und emotional fühlt. Die Pflegepersonen sollten auf die Botschaften achten. Ist der Pflegebedürftige ordentlich oder ungepflegt? Ist die Kleidung sauber? Erscheint der Pflegebedürftige über- oder unter bekleidet? Falls Brillen, Zahnprothesen oder Hörgeräte notwendig sind, trägt der Pflegebedürftige diese regelmäßig?

Persönliche Hygienegewohnheiten werden durch das äußere Erscheinungsbild eingehalten. Sehen die Haare gewaschen aus? Sind die Zähne geputzt worden? Sind die Fingernägel gebrochen und uneben? Das Aussehen des Pflegebedürftigen kann auf einen sich verändernden emotionalen oder körperlichen Status hindeuten, der ein genaueres Super-Sehen erfordert. Ist das Hemd, das jeden Tag zugedeckt wird, heute zufällig geknöpft? Ist der Pflegebedürftige in der Regel für den Besuch des Pflegepersonals gekleidet und bereit, hat aber in den letzten drei Besuchen Schlafkleidung getragen? Ist das Haar, das normalerweise schön gebürstet wird, in der letzten Woche ungekämmt gewesen?

Das Aussehen ist ein starker Indikator für den Grad der Pflege, die ein Pflegebedürftiger in einem betreuten Wohnen oder einer Langzeitpflegeeinrichtung erhält. Wenn ein Pflegebedürftiger ständig unsauber aussieht und regelmäßig schmutzige Kleidung trägt, ist es eine sichere Annahme, dass der Pflegebedürftige weder geduscht noch Wäsche gewaschen wird. (Bevor man davon ausgeht, dass das Personal die Pflege vernachlässigt, ist es jedoch ratsam, herauszufinden, warum die erwarteten Pflegeroutinen nicht durchgeführt werden. Verweigert der Pflegebedürftige die Pflege oder hat er oder sie Schwierigkeiten, sich an die neue Lebenssituation zu gewöhnen, und müssen noch andere Fragen geklärt werden)?

Die Stimmung

Oftmals macht sich die Stimmung eines Pflegebedürftigen durch die Art und Weise bemerkbar, wie er oder sie den Körper körperlich trägt. Eine erschlaffte Körperhaltung und niedrige Schultern können ein Zeichen von Müdigkeit oder Traurigkeit sein. Wenn diese Haltung zu einem regelmäßigen Erscheinungsbild wird, könnte dies auf allgemeines Unbehagen oder Schmerzen hinweisen.

Tonfall, Sprachmuster und Wortwahl können Indikatoren für die Stimmung sein. Denken Sie an die Worte, die die Person im Gespräch verwendet, um das Thema zu beschreiben. Entsprechen die Worte einer positiven oder negativen Einstellung, und was sagt Ihnen das? Ist der Betreute eher gesprächig, zeigt er Aufregung oder Angst, oder weniger gesprächig, was möglicherweise verrät, dass er wütend oder traurig ist? Spricht der/die Betreute leise, weil er/sie deprimiert oder müde ist, oder laut, weil er/sie wütend oder aufgeregt ist? Sind die Antworten kurz, zackig und abrupt, oder nimmt sich der/die betreute Zeit, seinen/ihren Standpunkt sorgfältig zu erklären? Ist die Rede schnell, langsam, undeutlich oder unverständlich?

Wenn eine anhaltend traurige oder depressive Stimmung herrscht, sollte der Betreuer Fragen stellen und einen Dialog mit dem Betreuten beginnen, zusätzlich zu den Beobachtungen und der Interpretation der nonverbalen Botschaften. Der Betreuer sollte Fragen mit der Familie oder anderen Fachleuten besprechen, wenn sich die Disposition des Pflegebedürftigen wesentlich verändert hat oder wenn es ein schwerwiegendes Stimmungsproblem gibt.

Routinen für die häusliche und persönliche Pflege

Eine Pflegekraft muss zunächst beobachten, wie ein Pflegebedürftiger an Routineaufgaben herangeht und sie erledigt, bevor der Leistungserbringer Veränderungen in der personalen Pflegeroutine und in der Instandhaltung des Hauses feststellen kann. Wenn ein Pflegebedürftiger körperliche Einschränkungen hat, ist es wahrscheinlich, dass adaptive Methoden zur Erledigung von Aufgaben bereits bewertet wurden und vorhanden sind. Ein Pflegebedürftiger kann eine Aufgabe nicht so erfüllen, wie es der Leistungserbringer tun würde, aber er muss vorsichtig sein, wenn er die Herangehensweise des Pflegebedürftigen beurteilt und die Umstände aus seiner oder ihrer Sicht betrachtet.

Der häusliche Pflegedienst sollte sich geistige oder schriftliche Notizen darüber machen, wie der Pflegebedürftige eine bestimmte Aufgabe erfüllt. Dies wird zu einem späteren Zeitpunkt zu einer wertvollen Information, wenn es notwendig ist, zu beurteilen, wie sich die Bedürfnisse des Klienten in Bezug auf die Pflege verändert haben. Die folgenden Haushaltspraktiken und persönlichen Betreuungsroutinen sollten zunächst beobachtet und während der laufenden Besuche überwacht werden. Die Betreuer sollten sich mit den Routinen der Pflegebedürftigen vertraut machen. Dies ist nicht als Eingriff in die Privatsphäre gedacht, sondern vielmehr als eine Methode, um Stile, Fähigkeiten und Bereiche, in denen zusätzliche Unterstützung organisiert werden sollte, kennen und verstehen zu lernen.

Machen Sie Beobachtungen in den folgenden Routinen:

  • Wäscherei
  • Kochen
  • Lagerung von Lebensmitteln
  • Aufbewahren von Wäsche
  • Leichte Reinigung (Staubsaugen, Abstauben, Geschirr) Müllbeseitigung
  • Abruf von Post und Zeitungen
  • Haustier- und Pflanzenpflege
  • Organisation von Papierkram
  • Türen und Fenster, die geöffnet oder verriegelt werden sollten Notfallsystem

Wissen über jenen Pflegebedürftigen

    • Wie sich der Pflegebedürftige mit oder ohne Hilfsmittel (z. B. Rollstuhl, Stock) durch den Wohnraum bewegt
    • Wie adaptive und medizinische Geräte, wie Stöcke, Gehhilfen, Rollstühle und Sauerstoff, verwendet werden
    • Wie der Pflegebedürftige in das Bett, die Dusche, den Stuhl oder das Auto ein- und aussteigt
    • Wie der Pflegebedürftige sich körperlich an- und auszieht und wie er sich kleidet
    • Zubereitung der Mahlzeit: Benutzt der Pflegeempfänger einen Ofen oder eine Mikrowelle?
    • Verwendung von Küchengeräten, einschließlich scharfer Messer
    • Persönliche Affekte, wie Schmuck oder Frisur
    • Verwendung von Brillen, Zahnprothesen, Hörgeräten und anderen sensorischen/funktionellen Geräten
    • handwerkliche Ausrüstung
    • Termine und Zeitpläne: Hat der Pflegebedürftige wöchentliche Verpflichtungen?
    • Nutzung von Freizeit und Erholung

Ausgeprägte Gewohnheiten erkennen

Es ist nützlich zu wissen, wie der Pflegebedürftige aus einigen wenigen Gründen seine Freizeit zweckmäßig und sinnvoll verbringt. Zweckmäßige Zeit bedeutet hier, wie viel Zeit für Aktivitäten des täglichen Lebens oder instrumentelle Aktivitäten des täglichen Lebens aufgewendet wird, die beide der Erhaltung eines unabhängigen Lebensstils dienen. Wenn ein Pflegebedürftiger drei Stunden damit verbringt, sich anzuziehen und das Frühstück vorzubereiten und zu essen, kann das erklären, warum er oder sie für den Rest des Nachmittags müde ist und nicht an Freizeitaktivitäten teilnehmen möchte. Der Pflegedienstleister kann verwandte häusliche Pflegedienste empfehlen, wie z.B. eine häusliche Gesundheitshelferin zur Unterstützung der persönlichen Pflegeroutinen, um diese Zeit, die der Pflegebedürftige für die tägliche Routine aufwendet, zu minimieren.

Eine ausgezeichnete Möglichkeit, eine Beziehung aufzubauen, besteht darin, die Hobbys und Interessen der Pflegebedürftigen kennenzulernen. Ein Pfleger kann lernen, dass ein Pflegebedürftiger in seiner Freizeit gerne an Bilderrätseln arbeitet. Der Betreuer kann den Inhalt des Bildes verwenden, um eine Unterhaltung zu beginnen, während er bei Besuchen mit dem Betreuten an dem Puzzle arbeitet. Um Aufmerksamkeit zu demonstrieren, kann der Betreuer dem pflegebedürftigen Rätsel aushändigen. Das Puzzle wird zu einem Werkzeug zur Beurteilung der Funktionalität, und die einfache Tätigkeit wird zu einem Messstab. Wie bei anderen Routinen sind die Aktivitäten ein Bezugspunkt für die Messung von Motivation, Interesse und Leistung sowie für die Beobachtung von Verhalten oder mentalen Veränderungen. Wenn im Laufe der Zeit bemerkt wird, dass der Klient durch die Puzzleteile verwirrt wird oder nicht mehr an Arbeitspuzzles interessiert ist, sollten die kognitiven oder emotionalen Veränderungen der Familie und anderen Betreuern mitgeteilt werden.

Viele Menschen haben ausgeprägte Gewohnheiten und Techniken, um sich selbst, den Haushalt und die Organisation zu kümmern.

Johanna isst nur die Hälfte ihres Abendessens, um Reste zu haben, anstatt das Mittagessen für den nächsten Tag vorbereiten zu müssen. Alexander besteht darauf, Butter statt Mayonnaise in seiner wöchentlichen Schüssel mit Eiersalat zu verwenden, und Conny kann nicht in ihrem Bett schlafen, wenn die Faltlinie des Lakens nicht in der Mitte der Matratze liegt! Die Betreuer müssen jedes Urteil über solche einzigartigen Praktiken aussetzen; es ist wichtiger, die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen zu ihren Bedingungen zu erfüllen. Sie zahlen für die Dienstleistung, und es ist diese Unterstützung, die sie möglicherweise länger unabhängig leben lässt. Es ist die sorgfältige Beachtung der Wünsche und Anforderungen der Klienten, die eine hochwertige häusliche Pflege von der Pflege zu Hause unterscheidet.

Seniorenbetreuung – Häusliche Pflege

Beobachtungsfähigkeiten

weitere informationen laden Pflegeberatung

Wo bean­trage ich Pflegegeld? Muss die Wohnung umgebaut werden? Welche Hilfen gibt es überhaupt? Berater helfen Familien im Pflegefall, den Alltag neu zu organisieren. Pflegeberatung, mehr lesen …

Nach dem Krankenhaus

Entlassungsmanagement. Wer aus der Klinik kommt, ist noch lange nicht gesund Krankenhäuser müssen alles Nötige organisieren, damit Patienten gut versorgt sind. Das Entlassungsmanagement, welches auch von der Österreichischen Regierung unterstüzt wird, sollte Ihnen hierbei behilflich sein! Sie können auch Rat von diversen Pflegefirmen holen wie z.B. von Betreuer24.

Einfacher leben mit Ausweis

Schwerbehindert. Jeder Schwerbehinderte hat ein Recht auf Hilfe Und Unter­ stützung. Voraussetzung dafür ist ein Schwerbehin­ dertenausweis.

Behindertenausweis: Mehr lesen …

Gut versorgt daheim

Wenn der Alltag gut organisiert wird, können alte und kran­ke Menschen noch jahrelang in ihren eigenen vier Wän­den leben. Dienstleister hel­fen ihnen dabei.

Geld für Hilfe – Pflegeförderung

Persönliches Budget. Senioren, Alters kranke, Behinderte und chronisch kranke Menschen können ihre benötigte Hilfe im Alltag selbst organisieren und so vom Leistungsempfänger zum Arbeitgeber werden.

Gegen die Einsamkeit

Senioren mit wenigen Sozialkontakten erkranken häufiger und müs­sen früher in ein Heim. Eh­renamtliche Besuchsdienste helfen das zu vermeiden.

Trost und Rat für Pflegebegleiter

Wer Ange­hörige pflegt, stößt oft selbst an seine Belastungsgrenzen. Ehrenamtliche Pflegebeglei­ter kümmern sich um die Pflegenden, beraten sie und hören zu.

Hilfe für Pflegebegleiter

Wer einen An­gehörigen zu Hause pflegt, fühlt sich oft alleingelassen. Selbsthilfegruppen und Kurse bieten Kontakt zu an­ deren – häufig auch online.

Wohnformen für Senioren

Diese Möglichkeiten für das Wohnen im Alter gibt es:

Mobile Pflege- und Betreuungsformen
Den mobilen Pflege- und Betreuungsformen sind die sogenannten mobilen Dienste zugeordnet. Sie umfassen eine Summe unterschiedlicher Leistungsangebote für die Pflege und Betreuung alter Menschen in deren eigener Wohnung (24 Stunden Pflege zu Hause). Sie werden auch als ambulante oder mobile Dienste, soziale Dienste, Gesundheitsdienste oder 24 Stunden Pflege – Dienste bezeichnet und beinhalten im Wesentlichen die Heimhilfe, die Hauskrankenpflege und die medizinische Hauskrankenpflege, Besuchs- und Reinigungsdienste sowie die (24-Stunden-) Personen-Betreuung.
Heimhilfe
Die Aufgabengebiete der Heimhilfe sind im Wesentlichen die Hilfestellung bei Hausarbeiten – was bestimmte leichte Reinigungsarbeiten (wie die Reinigung in Bad und WC, Staubsaugen, Bodenkehren oder Bettenmachen) inkludiert –, die Wäscheversorgung, die Reinigung von Geschirr und das Vorbereiten von Mahlzeiten, aber auch die Besorgung des Einheizens, die Erledigung von Einkäufen und Besorgung von Medikamenten, die Versorgung von Haustieren, die Förderung von Sozialkontakten und die Unterstützung bei der Basisversorgung. Diese umfasst eine unterstützende Versorgung in Zusammenhang mit Körperpflege und Bewegung, dem Ausscheiden, beim An- und Auskleiden sowie beim Essen und Trinken, ebenso die Assistenz bei der Einnahme von oralen Medikamenten bzw. das Erinnern an die Einnahme, ebenso z. B. die Applikation von verordneten Salben, Cremes oder Pflegeprodukten. Anzumerken ist hier, dass die Unterstützung bei der Basisversorgung (einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln) nur unter Anleitung und Aufsicht von Angehörigen der Gesundheitsberufe durchgeführt werden darf.
Hauskrankenpflege
Die Hauskrankenpflege wird – mit unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen – von Pflegeassistenten und von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege durchgeführt, wobei die Pflegeassistenten unter Anordnung und Aufsicht des gehobenen Dienstes arbeiten. Sie umfasst pflegerische Maßnahmen wie Körper-, Haut-, Haar- und Zahn- pflege sowie in Zusammenhang mit Ernährung, Mobilisation und Lagerung, Inkontinenz -versorgung und einfacher Wundversorgung, ebenso die Krankenbeobachtung und prophylaktische Pflegemaßnahmen (etwa das Anlegen von Bandagen) und schließlich die Pflege, Reinigung und Desinfektion verwendeter Pflegebehelfe. Der gehobene Dienst führt neben den Tätigkeiten der medizinischen Hauskrankenpflege beispielsweise auch die Erhebung des Pflege- und Betreuungsbedarfs durch, erstellt Pflege- und Betreuungspläne, ist für die Überwachung, Koordination und Evaluierung des Pflege- bzw. Betreuungsprozesses verantwortlich, leitet außerdem Klienten oder deren Angehörige an oder schult sie, wenn erforderlich und möglich, in der Durchführung bestimmter Tätigkeiten ein.
Medizinische Hauskrankenpflege
Die medizinische Hauskrankenpflege ist eine Leistung, die den Aufenthalt in einem Krankenhaus ersetzen bzw. verkürzen soll. Sie erfolgt ausschließlich durch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege und umfasst besondere Pflegeleistungen. Dies sind jene, die im sogenannten »mitverantwortlichen Bereich« liegen, was bedeutet, dass auf ärztliche Anordnung bei therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen mitgewirkt wird. Dabei handelt es sich etwa um Vorbereitung und Verabreichung von Medikamenten und Injektionen (zumeist subkutan und intramuskulär), das Setzen von transurethralen Blasenkathetern, die Blutentnahme aus Venen und Kapillaren, die Durchführung von Darmeinläufen, Wundmanagement bzw. Versorgung von Wunden, Durchführung von Verbandswechseln, die Versorgung von Sonden und die Durchführung von Sondenernährung oder die Stomaversorgung. Die medizinische Hauskrankenpflege ist zunächst auf eine Dauer von vier Wochen beschränkt und muss danach Chef-ärztlich bewilligt werden. Für den Klienten ist sie kostenfrei, während für die nichtmedizinische Hauskrankenpflege das Pflegegeld vorgesehen ist.
Besuchsdienste
Das Tätigkeitsgebiet von Besuchsdiensten liegt hauptsächlich in der Förderung und im Angebot sozialer Kontakte sowie in der Erledigung von Einkäufen und Botengängen bzw. der Begleitung dabei. Es kommen also Spaziergänge, die Begleitung zu Terminen aller Art (Arzt, Behördengänge, kulturelle Veranstaltungen, Ambulanzen oder Fußpflege etc.) infrage. Besuchsdienste können auch die Pflege von Blumen, Zimmerpflanzen und Tieren über- nehmen, die Angehörigen von zu betreuenden Personen unterstützen und etwa die Post bei sehbehinderten Klienten erledigen. Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet ist die Beschäftigung mit der zu betreuenden Person durch Spiele, Gespräche oder Ähnliches.
Reinigungsdienste
Diese Art von diensten führen Reinigungs- und Aufräumarbeiten durch, wozu etwa die Reinigung von Böden und Fenstern, Türen und sanitären Bereichen gehört. Auch die Pflege von Möbeln, das Waschen und Wechseln von Vorhängen ist ihrem Tätigkeitsbereich zuzurechnen, während die Heimhilfe beispielsweise Staub saugt, kleinere Reinigungsarbeiten durchführt oder Geschirr wäscht.
Personenbetreuung
Die Personenbetreuung ermöglicht Betreuung unter Einbeziehung einzelner leichter pflegerischer Leistungen an betreuungsbedürftigen Menschen, wobei das Tätigkeitsgebiet wie folgt aufgeteilt ist: Haushaltsnahe Tätigkeiten (von Botengängen über die Wäscheversorgung bis zur Reinigung) Tätigkeiten in Zusammenhang mit der Förderung sozialer Kontakte (z. B. auch gemeinsame Freizeitgestaltung) Tätigkeiten, die bei der Lebensführung unterstützen sollen Zu Letzteren zählen die Unterstützung bei der oralen Nahrungs-, Flüssigkeits- und Medikamenteneinnahme, die Unterstützung bei der Körperpflege sowie beim An- und Auskleiden, der Ausscheidung (Wechsel von Inkontinenzversorgungsartikeln und Benutzung von Toilette oder Toilettenstuhl) und schließlich die Unterstützung bei Bewegungsabläufen wie Aufstehen, Gehen oder Niederlegen.
Teilstationäre Pflege- und Betreuungsformen
Teilstationären Pflege- und Betreuungsformen ist gemeint, dass der alte Mensch dort nicht sein ganzes Leben verbringen muss, sondern sich nur teilweise dort aufhält, bzw. dass (wie etwa beim betreuten Wohnen) Pflege und Betreuung nicht rund um die Uhr, sondern nur punktuell stattfinden. Ihnen können wiederum
  • Akutbehandlung,
  • Angebote aus dem Bereich der Kurzzeitpflege,
  • Formen des betreuten Wohnens und
  • Tageszentren zugerechnet werden.
Akutbehandlung
Akut Geriatrie (Akutbehandlung) ist die Abteilungen in Akutkrankenhäusern, die die medizinische und pflegerische – disziplinübergreifende – Primärversorgung geriatrischer Klienten sicherstellen sollen. Des Weiteren dienen sie der Weiterversorgung und -behandlung geriatrischer Klienten aus anderen Bereichen. Wesentliche Aufgabe der Akut Geriatrie ist auch die Re-Mobilisation, also die Wiederherstellung von Mobilität und Selbstständigkeit, soweit dies möglich ist – manche Abteilungen haben den Terminus »Re-Mobilisation« daher ebenfalls in ihre Bezeichnung aufgenommen. Die Zielgruppen von akut Geriatrischen Abteilungen sind Klienten, bei denen folgende Kriterien vorliegen:
  • Somatische oder psychische Multimorbidität, die eine stationäre Akutbehandlung erforderlich macht.
  • Einschränkung oder Bedrohung der Selbstständigkeit durch den Verlust funktioneller
  • und ggf. kognitiver Fähigkeiten oder durch psychische Probleme im Rahmen einer Erkrankung.
  • Bedarf an funktionsfördernden, funktionserhaltenden oder Re-integrierenden Maßnahmen
Kurzzeitpflege
Kurzzeitpflege steht zunächst für die zeitlich befristete Unterbringung in einer Einrichtung für die geriatrische Pflege und findet zumeist aus drei Gründen statt:
  • Urlaubsbetreuung pflegebedürftiger Klienten zur Entlastung pflegender Angehöriger oder
  • Vorübergehende Unterbringung in einem Wohn- oder Pflegeheim aufgrund zeitweilig erhöhten Pflegebedarfs.
Formen des betreuten Wohnens
Beim betreuten (manchmal auch betreubaren) Wohnen sind zwei Leistungen miteinander gekoppelt. Die eine umfasst ein Wohnumfeld mit weitgehend barrierefreier Bewegungsmöglichkeit, die andere verschiedene Pflege- und Betreuungsleistungen. Die Angebote sind höchst unterschiedlich und enthalten verschiedene Leistungsspektren. Gemeinsam ist ihnen, dass die Klienten weitgehend unabhängig und selbstbestimmt in Wohnungen oder Appartements leben und dann Hilfe in Anspruch nehmen können, wenn sie nötig ist. Dies bietet die Kombination von Unabhängigkeit und Sicherheit und stellt eine Alternative zum Umzug in ein Pflegeheim dar. Am einfachsten ist das betreute/betreubare Wohnen für ältere Menschen mit leichtem Bedarf an Pflege bzw. Betreuung umsetzbar. Durch Rufanlagen zu Pflegestützpunkten bzw. Notrufanlagen zu Rettungsdiensten werden die erforderlichen Leistungen sichergestellt, wobei im Bedarfsfall Pflege- oder Betreuungspersonen gerufen werden können, manchmal kommen diese auch regelmäßig zu vereinbarten Fixzeitpunkten. Die Klienten können entweder im eigenen Wohnumfeld kochen oder auf Dienste zurückgreifen (und sich etwa der Möglichkeit bedienen, mit Mahlzeiten versorgt zu werden). Betreutes Wohnen wird in Form eigener Wohnhäuser oder an Pflegeheime angeschlossen angeboten.
Tageszentren
Tageszentren für Senioren bieten die Möglichkeit der individuellen Betreuung tagsüber, meist an Wochentagen im Zeittraum von 8 bis 17 Uhr. Üblicherweise kann auch ein nur tageweiser Besuch erfolgen. Voraussetzung für den Besuch eines Tageszentrums seitens des Klienten ist lediglich, dass er nicht bettlägerig ist. Pflege und Betreuung können auf ein eventuelles Krankheitsbild abgestimmt erfolgen (z. B. Insult, Parkinson-Erkrankung, demenzielle Erkrankung). Abholung und Transport nach Hause erfolgen in der Regel durch Fahrtendienste, deren Organisation wiederum durch das Tageszentrum durchgeführt wird. Im Rahmen der dort angebotenen Pflegeleistungen können auch Unterstützung bei der Inkontinenzversorgung, Kontrollen und evtl. erforderliche weitere pflegerische Tätigkeiten – in manchen Einrichtungen sogar Körperpflege bis hin zum Vollbad – erfolgen, ebenso Beratungen durch Sozialarbeiter bzw. Beratung von Angehörigen. Besondere Schwerpunkte in Tageszentren sind aber die bedarfsgerechte Animation und Beschäftigung (Gedächtnistraining, Bastel- und Werkgruppen, Musikgruppen, Feste, Feiern und Ausflüge), Bewegungstraining oder Therapien zur Wiederherstellung der Alltagsfertigkeiten. Auch im Tageszentrum wird interdisziplinär gearbeitet, pflegende (Pflegeassistenten und der gehobene Dienst), Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Animateure sowie Sozialarbeiter sind um die gemeinsame Pflege, Förderung und Betreuung der Klienten bemüht. Ziele der Betreuung und Versorgung in Tageszentren sind die Integration in die Gemeinschaft und Gesellschaft, die Wiederherstellung verschiedener Fähigkeiten, die Förderung von Ressourcen und die Vermeidung von Isolation.
Stationäre Pflege- und Betreuungsformen
Kann der Pflegebedarf im häuslichen Umfeld auch durch 24-Stunden-Betreuung / Pflege bzw. andere Dienste nicht mehr ausreichend sichergestellt werden, ist die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung möglich. Mehr lesen …
Wohngemeinschaften, Hausgemeinschaften
Abgesehen davon, dass Betagte sich natürlich (wie jüngere Menschen auch) in Wohngemeinschaften zusammenfinden und diese Wohn- und Lebensform grundsätzlich auch völlig autonom organisieren können, wird sie auch in Form betreuter Wohngemeinschaften angeboten (z. B. Caritas Socialis, Wiener Hilfswerk, Wiener Sozialdienste Alten- und Pflegedienste GmbH oder Kuratorium Wiener Pensionistenhäuser, Hausgemeinschaften der Caritas »Casa« oder der Diakonie). Mehr lesen …
Generationen-Wohnen
Die Idee des Generationen-Wohnens ist es, ein Miteinander von Jungen und Älteren zu schaffen, das allen zugutekommt. Grundsätzlich kann es auch als Versuch verstanden werden, eine Atmosphäre bzw. Lebensstruktur, die jener der Großfamilie (die es heute meist nicht mehr gibt) ähnelt, entstehen zu lassen. Mehr lesen …
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