Erfolgreiche Konfliktlösung

Festgelegter, strikter Ablauf macht Konfliktgespräche oft leichter

Konfliktlösung im Pflegealltag

Ein Konflikt entsteht, wenn eine Person etwas sagt oder tut, was dazu führt, dass eine andere Person sich bedroht fühlt, dass ein persönliches Bedürfnis nicht erfüllt wird. Die Person, die sich bedroht fühlt, erlebt negative Emotionen und reagiert nicht konstruktiv auf das anfängliche Verhalten oder die Bedrohung. Der Konfliktzyklus beginnt und dauert an, bis eine oder beide Personen sich bemühen, das Problem zu lösen. Eine effektive Konfliktlösung führt zu einer Win-Win-Situation mit gegenseitigem Nutzen für beide, was auch die Beziehung verbessert.

Das Konzept und die Praxis der Konfliktlösung setzt voraus, dass zwei oder mehr Personen zusammenarbeiten, um eine Lösung für einen Rückschlag oder eine Krise zu finden. Ein sicheres Umfeld, in dem Bedürfnisse, Ängste und Gefühle geteilt werden können, ist entscheidend; in der Regel erleichtert eine dritte Person, die ein ausgebildeter Fachmann oder Spezialist ist, den Lösungsprozess, der als Mediation oder Schlichtung bekannt ist. In weniger extremen Situationen können die beteiligten Parteien gemeinsam auf eine Lösung hinarbeiten. In den meisten Pflegesituationen werden sich der Pflegende und der Pflegebedürftige einigen, manchmal mithilfe von Familienmitgliedern oder anderen Mitarbeitern der Pflegeagentur.

Pflege Info - Seniorenbetreuung Wien - Angehörige

Konfliktsituationen umgehen

Es hilft, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie Sie mit Konfliktsituationen umgehen. Das Verstehen Ihres Ansatzes zur Konfliktlösung ist ein Element effektiver Kommunikation. Je nach den Umständen, der Situation und der Art der Beziehung zu den anderen Beteiligten können verschiedene Konfliktlösungsstile angewandt werden. Die Kenntnis der persönlichen Position und der Wahrnehmungen gibt Aufschluss darüber, was im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen sollte und was nicht. Diese Informationslücke ist der Ort, an dem am meisten gelernt wird: Was anfänglich nicht beachtet wird, könnte genau der Standpunkt der anderen Person sein. Die Berücksichtigung des persönlichen Stils und Ansatzes ist auch erhellend dafür, wie andere denken; Sie werden beginnen, andere Menschen aus diesem Rahmen heraus zu betrachten, was Ihnen helfen wird, Situationen aus anderen Blickwinkeln zu verstehen. Letztlich verbessert dies die Kommunikation und vertieft die Beziehungen. Das Lösen von Konflikten wird in der Zwischenzeit einfacher und erfolgreicher.

Wie arbeiten Menschen zusammen, um einen Konflikt zu lösen? Damit ein Problem besteht, müssen die beteiligten Personen zuerst erkennen, dass es ein Problem gibt. Es sind mindestens zwei Personen betroffen, und der Konflikt muss als Partner angegangen werden, um den Bedürfnissen der beteiligten Personen gerecht zu werden. Dies erfordert einen offenen Austausch darüber, wie jede an dem Konflikt beteiligte Person die Umstände sieht; durch diesen Prozess wird das Problem geklärt. Gemeinsam können die beteiligten Parteien Vorschläge und Empfehlungen zur Lösung des Konflikts machen. Ein Aktionsplan, der Aufgaben und Verantwortlichkeiten festlegt, kann dann vorbereitet werden. Alle Beteiligten sollten bereit sein, sich darauf zu einigen, dass Anstrengungen zur Beilegung des Konflikts unternommen werden. Der Aktionsplan und die mündlichen oder schriftlichen Vereinbarungen sollten bei der ersten Umsetzung der Änderungen in die Praxis frei evaluiert und dann regelmäßig überwacht werden, um sicherzustellen, dass die Pläne funktionieren. Siehe Tabelle zur Vorgehensweise bei der Konfliktlösung.

Schritte zur erfolgreichen Konfliktlösung

Identifizieren und klären Sie das Problem

    • Die beteiligten Parteien verstehen die Problemwahrnehmung der jeweils anderen
    • Ist der Unterschied vorbei: Wünsche und Bedürfnisse?
      • Werte und Überzeugungen?
      • Annäherung?
      • Ziel?
    • Identifikationsproblem-Verhalten
    • Missverstandene oder falsch dargestellte Fakten aufklären

Bestimmen Sie die Bedürfnisse der Beteiligten

    • Individuelle Bedürfnisse
    • Gemeinsame Bedürfnisse
    • Andere Prioritäten

Optionen erzeugen

    • Methoden zum Sammeln von Ideen
    • Jede Person macht Vorschläge für Verbesserung der Situation
    • Input von allen Beteiligten, warum oder warum nicht der Vorschlag wird oder wird nicht funktionieren

Aktionsplan erstellen

    • Klären Sie, wer was tun wird
    • Zeitleisten nach Bedarf festlegen
    • Verstehen des Ziels oder des beabsichtigten Endergebnisses jedes Aktionsschrittes

Vereinbarungen treffen

    • stimmen zu, den skizzierten Aktionsplan zu befolgen
    • Regelmäßige Bewertung, ob die Pläne funktionieren

Je nach Art des Konflikts kann der Prozess der Konfliktlösung der Lösung von Problemen ähnlich sein, auch wenn sie unterschiedliche Fragen betreffen. Beim Brainstorming (Methode zum Sammeln von Ideen) von Ideen, um das Zuhause eines Pflegebedürftigen anpassungsfähig zu machen, werden Problemlösungsfähigkeiten eingesetzt, da der Konflikt nicht mit anderen beteiligten Parteien besteht. Die Konfliktlösung ist das Ergebnis der Tatsache, dass sich zwei (oder mehr) Menschen darauf einigen, inmitten von Meinungsverschiedenheiten auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten.

Stellen Sie fest, ob in den folgenden Szenarien Konfliktlösungs- oder Problemlösungsfähigkeiten eingesetzt werden:

Eine Pflegebedürftige mit Osteoporose hat Schwierigkeiten, über ihre Schulterhöhe hinauszureichen, um Küchenschränke zu öffnen. Der Betreuer und die betroffene Person besprechen verschiedene Ideen, wie z.B. Gegenstände aus den oberen Schränken in die unteren Schränke zu verlegen, regelmäßig benutzte Küchengegenstände auf den Tresen zu legen oder lange Schnüre zum einfachen Greifen an den Türgriffen der oberen Schranktüren zu befestigen. Die Pflegeempfängerin entscheidet, dass das Knüpfen von Schnüren an den Türgriffen die beste Entscheidung ist, weil es ihr ermöglicht, die Schränke zu öffnen, und weil es die Problem-loseste Wahl ist.

Konflikte richtig meiden

Eine Familie hat darum gebeten, dass der Betreuer der Familie nach jedem wöchentlichen Besuch bei ihrer leicht vergesslichen Mutter Bericht erstattet. Dies dient mehr als einem Zweck: Der Betreuer informiert die Familie darüber, dass er oder sie tatsächlich zu den geplanten Zeiten erschienen ist, und Beobachtungen über das Verhalten und die kognitiven Funktionen der Mutter werden an die Familie weitergeleitet; sie wird über die Aktivitäten des Tages informiert, einschließlich der Lebensmittel, die im Lebensmittelgeschäft gekauft wurden. Bei einem Besuch im Lebensmittelgeschäft kaufte der betreute Zimtbrötchen, Kekse, Schokolade und Diät-Cola.

Der Betreuer berichtete die Familie über die Einkäufe, ohne zu wissen, dass ihre Mutter Diabetikerin ist. Die Tochter der Familie schimpfte mit ihrer Mutter, die Pflegebedürftige, weil sie ihre Diät nicht befolgte. Die Betreuungsperson war über die Pflegekraft verärgert, weil sie zu viele Informationen an ihre Familie weitergegeben hatte.

Die Pflegebedürftige erklärt, dass sie den Dienst beenden werde, wenn die Pflegeperson weiterhin mit ihrer Tochter oder anderen Familienmitgliedern korrespondiert.

Die Art der Zusammenarbeit mit anderen Menschen birgt immer das Potenzial für Konflikte, sei es in persönlichen oder beruflichen Situationen. Als Betreuerin oder Betreuer sind Konfliktsituationen in unterschiedlichem Ausmaß in großen und kleinen Kreisen gegeben. Formelle und informelle Pflegepersonen arbeiten mit den Pflegebedürftigen, ihren Familien und Freunden, Fachleuten des Gesundheitswesens und anderen Fachleuten zusammen. Alle Beteiligten können unterschiedliche Wahrnehmungen und Meinungen darüber haben, welche Art von Pflege erforderlich ist und wie die Pflege geleistet wird. Wenn von so vielen anderen ein Input und eine Anleitung gegeben werden kann, muss ein Konsens für eine qualitativ hochwertige Pflege erreicht werden. Dies ist das Ziel, Meinungsverschiedenheiten zu lösen, und starke Konfliktlösungsfähigkeiten erreichen dieses Ziel.

Seniorenbetreuung – Häusliche Pflege

Beobachtungsfähigkeiten

weitere informationen laden Pflegeberatung

Wo bean­trage ich Pflegegeld? Muss die Wohnung umgebaut werden? Welche Hilfen gibt es überhaupt? Berater helfen Familien im Pflegefall, den Alltag neu zu organisieren. Pflegeberatung, mehr lesen …

Nach dem Krankenhaus

Entlassungsmanagement. Wer aus der Klinik kommt, ist noch lange nicht gesund Krankenhäuser müssen alles Nötige organisieren, damit Patienten gut versorgt sind. Das Entlassungsmanagement, welches auch von der Österreichischen Regierung unterstüzt wird, sollte Ihnen hierbei behilflich sein! Sie können auch Rat von diversen Pflegefirmen holen wie z.B. von Betreuer24.

Einfacher leben mit Ausweis

Schwerbehindert. Jeder Schwerbehinderte hat ein Recht auf Hilfe Und Unter­ stützung. Voraussetzung dafür ist ein Schwerbehin­ dertenausweis.

Behindertenausweis: Mehr lesen …

Gut versorgt daheim

Wenn der Alltag gut organisiert wird, können alte und kran­ke Menschen noch jahrelang in ihren eigenen vier Wän­den leben. Dienstleister hel­fen ihnen dabei.

Geld für Hilfe – Pflegeförderung

Persönliches Budget. Senioren, Alters kranke, Behinderte und chronisch kranke Menschen können ihre benötigte Hilfe im Alltag selbst organisieren und so vom Leistungsempfänger zum Arbeitgeber werden.

Gegen die Einsamkeit

Senioren mit wenigen Sozialkontakten erkranken häufiger und müs­sen früher in ein Heim. Eh­renamtliche Besuchsdienste helfen das zu vermeiden.

Trost und Rat für Pflegebegleiter

Wer Ange­hörige pflegt, stößt oft selbst an seine Belastungsgrenzen. Ehrenamtliche Pflegebeglei­ter kümmern sich um die Pflegenden, beraten sie und hören zu.

Hilfe für Pflegebegleiter

Wer einen An­gehörigen zu Hause pflegt, fühlt sich oft alleingelassen. Selbsthilfegruppen und Kurse bieten Kontakt zu an­ deren – häufig auch online.

Wohnformen für Senioren

Diese Möglichkeiten für das Wohnen im Alter gibt es:

Mobile Pflege- und Betreuungsformen
Den mobilen Pflege- und Betreuungsformen sind die sogenannten mobilen Dienste zugeordnet. Sie umfassen eine Summe unterschiedlicher Leistungsangebote für die Pflege und Betreuung alter Menschen in deren eigener Wohnung (24 Stunden Pflege zu Hause). Sie werden auch als ambulante oder mobile Dienste, soziale Dienste, Gesundheitsdienste oder 24 Stunden Pflege – Dienste bezeichnet und beinhalten im Wesentlichen die Heimhilfe, die Hauskrankenpflege und die medizinische Hauskrankenpflege, Besuchs- und Reinigungsdienste sowie die (24-Stunden-) Personen-Betreuung.
Heimhilfe
Die Aufgabengebiete der Heimhilfe sind im Wesentlichen die Hilfestellung bei Hausarbeiten – was bestimmte leichte Reinigungsarbeiten (wie die Reinigung in Bad und WC, Staubsaugen, Bodenkehren oder Bettenmachen) inkludiert –, die Wäscheversorgung, die Reinigung von Geschirr und das Vorbereiten von Mahlzeiten, aber auch die Besorgung des Einheizens, die Erledigung von Einkäufen und Besorgung von Medikamenten, die Versorgung von Haustieren, die Förderung von Sozialkontakten und die Unterstützung bei der Basisversorgung. Diese umfasst eine unterstützende Versorgung in Zusammenhang mit Körperpflege und Bewegung, dem Ausscheiden, beim An- und Auskleiden sowie beim Essen und Trinken, ebenso die Assistenz bei der Einnahme von oralen Medikamenten bzw. das Erinnern an die Einnahme, ebenso z. B. die Applikation von verordneten Salben, Cremes oder Pflegeprodukten. Anzumerken ist hier, dass die Unterstützung bei der Basisversorgung (einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln) nur unter Anleitung und Aufsicht von Angehörigen der Gesundheitsberufe durchgeführt werden darf.
Hauskrankenpflege
Die Hauskrankenpflege wird – mit unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen – von Pflegeassistenten und von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege durchgeführt, wobei die Pflegeassistenten unter Anordnung und Aufsicht des gehobenen Dienstes arbeiten. Sie umfasst pflegerische Maßnahmen wie Körper-, Haut-, Haar- und Zahn- pflege sowie in Zusammenhang mit Ernährung, Mobilisation und Lagerung, Inkontinenz -versorgung und einfacher Wundversorgung, ebenso die Krankenbeobachtung und prophylaktische Pflegemaßnahmen (etwa das Anlegen von Bandagen) und schließlich die Pflege, Reinigung und Desinfektion verwendeter Pflegebehelfe. Der gehobene Dienst führt neben den Tätigkeiten der medizinischen Hauskrankenpflege beispielsweise auch die Erhebung des Pflege- und Betreuungsbedarfs durch, erstellt Pflege- und Betreuungspläne, ist für die Überwachung, Koordination und Evaluierung des Pflege- bzw. Betreuungsprozesses verantwortlich, leitet außerdem Klienten oder deren Angehörige an oder schult sie, wenn erforderlich und möglich, in der Durchführung bestimmter Tätigkeiten ein.
Medizinische Hauskrankenpflege
Die medizinische Hauskrankenpflege ist eine Leistung, die den Aufenthalt in einem Krankenhaus ersetzen bzw. verkürzen soll. Sie erfolgt ausschließlich durch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege und umfasst besondere Pflegeleistungen. Dies sind jene, die im sogenannten »mitverantwortlichen Bereich« liegen, was bedeutet, dass auf ärztliche Anordnung bei therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen mitgewirkt wird. Dabei handelt es sich etwa um Vorbereitung und Verabreichung von Medikamenten und Injektionen (zumeist subkutan und intramuskulär), das Setzen von transurethralen Blasenkathetern, die Blutentnahme aus Venen und Kapillaren, die Durchführung von Darmeinläufen, Wundmanagement bzw. Versorgung von Wunden, Durchführung von Verbandswechseln, die Versorgung von Sonden und die Durchführung von Sondenernährung oder die Stomaversorgung. Die medizinische Hauskrankenpflege ist zunächst auf eine Dauer von vier Wochen beschränkt und muss danach Chef-ärztlich bewilligt werden. Für den Klienten ist sie kostenfrei, während für die nichtmedizinische Hauskrankenpflege das Pflegegeld vorgesehen ist.
Besuchsdienste
Das Tätigkeitsgebiet von Besuchsdiensten liegt hauptsächlich in der Förderung und im Angebot sozialer Kontakte sowie in der Erledigung von Einkäufen und Botengängen bzw. der Begleitung dabei. Es kommen also Spaziergänge, die Begleitung zu Terminen aller Art (Arzt, Behördengänge, kulturelle Veranstaltungen, Ambulanzen oder Fußpflege etc.) infrage. Besuchsdienste können auch die Pflege von Blumen, Zimmerpflanzen und Tieren über- nehmen, die Angehörigen von zu betreuenden Personen unterstützen und etwa die Post bei sehbehinderten Klienten erledigen. Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet ist die Beschäftigung mit der zu betreuenden Person durch Spiele, Gespräche oder Ähnliches.
Reinigungsdienste
Diese Art von diensten führen Reinigungs- und Aufräumarbeiten durch, wozu etwa die Reinigung von Böden und Fenstern, Türen und sanitären Bereichen gehört. Auch die Pflege von Möbeln, das Waschen und Wechseln von Vorhängen ist ihrem Tätigkeitsbereich zuzurechnen, während die Heimhilfe beispielsweise Staub saugt, kleinere Reinigungsarbeiten durchführt oder Geschirr wäscht.
Personenbetreuung
Die Personenbetreuung ermöglicht Betreuung unter Einbeziehung einzelner leichter pflegerischer Leistungen an betreuungsbedürftigen Menschen, wobei das Tätigkeitsgebiet wie folgt aufgeteilt ist: Haushaltsnahe Tätigkeiten (von Botengängen über die Wäscheversorgung bis zur Reinigung) Tätigkeiten in Zusammenhang mit der Förderung sozialer Kontakte (z. B. auch gemeinsame Freizeitgestaltung) Tätigkeiten, die bei der Lebensführung unterstützen sollen Zu Letzteren zählen die Unterstützung bei der oralen Nahrungs-, Flüssigkeits- und Medikamenteneinnahme, die Unterstützung bei der Körperpflege sowie beim An- und Auskleiden, der Ausscheidung (Wechsel von Inkontinenzversorgungsartikeln und Benutzung von Toilette oder Toilettenstuhl) und schließlich die Unterstützung bei Bewegungsabläufen wie Aufstehen, Gehen oder Niederlegen.
Teilstationäre Pflege- und Betreuungsformen
Teilstationären Pflege- und Betreuungsformen ist gemeint, dass der alte Mensch dort nicht sein ganzes Leben verbringen muss, sondern sich nur teilweise dort aufhält, bzw. dass (wie etwa beim betreuten Wohnen) Pflege und Betreuung nicht rund um die Uhr, sondern nur punktuell stattfinden. Ihnen können wiederum
  • Akutbehandlung,
  • Angebote aus dem Bereich der Kurzzeitpflege,
  • Formen des betreuten Wohnens und
  • Tageszentren zugerechnet werden.
Akutbehandlung
Akut Geriatrie (Akutbehandlung) ist die Abteilungen in Akutkrankenhäusern, die die medizinische und pflegerische – disziplinübergreifende – Primärversorgung geriatrischer Klienten sicherstellen sollen. Des Weiteren dienen sie der Weiterversorgung und -behandlung geriatrischer Klienten aus anderen Bereichen. Wesentliche Aufgabe der Akut Geriatrie ist auch die Re-Mobilisation, also die Wiederherstellung von Mobilität und Selbstständigkeit, soweit dies möglich ist – manche Abteilungen haben den Terminus »Re-Mobilisation« daher ebenfalls in ihre Bezeichnung aufgenommen. Die Zielgruppen von akut Geriatrischen Abteilungen sind Klienten, bei denen folgende Kriterien vorliegen:
  • Somatische oder psychische Multimorbidität, die eine stationäre Akutbehandlung erforderlich macht.
  • Einschränkung oder Bedrohung der Selbstständigkeit durch den Verlust funktioneller
  • und ggf. kognitiver Fähigkeiten oder durch psychische Probleme im Rahmen einer Erkrankung.
  • Bedarf an funktionsfördernden, funktionserhaltenden oder Re-integrierenden Maßnahmen
Kurzzeitpflege
Kurzzeitpflege steht zunächst für die zeitlich befristete Unterbringung in einer Einrichtung für die geriatrische Pflege und findet zumeist aus drei Gründen statt:
  • Urlaubsbetreuung pflegebedürftiger Klienten zur Entlastung pflegender Angehöriger oder
  • Vorübergehende Unterbringung in einem Wohn- oder Pflegeheim aufgrund zeitweilig erhöhten Pflegebedarfs.
Formen des betreuten Wohnens
Beim betreuten (manchmal auch betreubaren) Wohnen sind zwei Leistungen miteinander gekoppelt. Die eine umfasst ein Wohnumfeld mit weitgehend barrierefreier Bewegungsmöglichkeit, die andere verschiedene Pflege- und Betreuungsleistungen. Die Angebote sind höchst unterschiedlich und enthalten verschiedene Leistungsspektren. Gemeinsam ist ihnen, dass die Klienten weitgehend unabhängig und selbstbestimmt in Wohnungen oder Appartements leben und dann Hilfe in Anspruch nehmen können, wenn sie nötig ist. Dies bietet die Kombination von Unabhängigkeit und Sicherheit und stellt eine Alternative zum Umzug in ein Pflegeheim dar. Am einfachsten ist das betreute/betreubare Wohnen für ältere Menschen mit leichtem Bedarf an Pflege bzw. Betreuung umsetzbar. Durch Rufanlagen zu Pflegestützpunkten bzw. Notrufanlagen zu Rettungsdiensten werden die erforderlichen Leistungen sichergestellt, wobei im Bedarfsfall Pflege- oder Betreuungspersonen gerufen werden können, manchmal kommen diese auch regelmäßig zu vereinbarten Fixzeitpunkten. Die Klienten können entweder im eigenen Wohnumfeld kochen oder auf Dienste zurückgreifen (und sich etwa der Möglichkeit bedienen, mit Mahlzeiten versorgt zu werden). Betreutes Wohnen wird in Form eigener Wohnhäuser oder an Pflegeheime angeschlossen angeboten.
Tageszentren
Tageszentren für Senioren bieten die Möglichkeit der individuellen Betreuung tagsüber, meist an Wochentagen im Zeittraum von 8 bis 17 Uhr. Üblicherweise kann auch ein nur tageweiser Besuch erfolgen. Voraussetzung für den Besuch eines Tageszentrums seitens des Klienten ist lediglich, dass er nicht bettlägerig ist. Pflege und Betreuung können auf ein eventuelles Krankheitsbild abgestimmt erfolgen (z. B. Insult, Parkinson-Erkrankung, demenzielle Erkrankung). Abholung und Transport nach Hause erfolgen in der Regel durch Fahrtendienste, deren Organisation wiederum durch das Tageszentrum durchgeführt wird. Im Rahmen der dort angebotenen Pflegeleistungen können auch Unterstützung bei der Inkontinenzversorgung, Kontrollen und evtl. erforderliche weitere pflegerische Tätigkeiten – in manchen Einrichtungen sogar Körperpflege bis hin zum Vollbad – erfolgen, ebenso Beratungen durch Sozialarbeiter bzw. Beratung von Angehörigen. Besondere Schwerpunkte in Tageszentren sind aber die bedarfsgerechte Animation und Beschäftigung (Gedächtnistraining, Bastel- und Werkgruppen, Musikgruppen, Feste, Feiern und Ausflüge), Bewegungstraining oder Therapien zur Wiederherstellung der Alltagsfertigkeiten. Auch im Tageszentrum wird interdisziplinär gearbeitet, pflegende (Pflegeassistenten und der gehobene Dienst), Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Animateure sowie Sozialarbeiter sind um die gemeinsame Pflege, Förderung und Betreuung der Klienten bemüht. Ziele der Betreuung und Versorgung in Tageszentren sind die Integration in die Gemeinschaft und Gesellschaft, die Wiederherstellung verschiedener Fähigkeiten, die Förderung von Ressourcen und die Vermeidung von Isolation.
Stationäre Pflege- und Betreuungsformen
Kann der Pflegebedarf im häuslichen Umfeld auch durch 24-Stunden-Betreuung / Pflege bzw. andere Dienste nicht mehr ausreichend sichergestellt werden, ist die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung möglich. Mehr lesen …
Wohngemeinschaften, Hausgemeinschaften
Abgesehen davon, dass Betagte sich natürlich (wie jüngere Menschen auch) in Wohngemeinschaften zusammenfinden und diese Wohn- und Lebensform grundsätzlich auch völlig autonom organisieren können, wird sie auch in Form betreuter Wohngemeinschaften angeboten (z. B. Caritas Socialis, Wiener Hilfswerk, Wiener Sozialdienste Alten- und Pflegedienste GmbH oder Kuratorium Wiener Pensionistenhäuser, Hausgemeinschaften der Caritas »Casa« oder der Diakonie). Mehr lesen …
Generationen-Wohnen
Die Idee des Generationen-Wohnens ist es, ein Miteinander von Jungen und Älteren zu schaffen, das allen zugutekommt. Grundsätzlich kann es auch als Versuch verstanden werden, eine Atmosphäre bzw. Lebensstruktur, die jener der Großfamilie (die es heute meist nicht mehr gibt) ähnelt, entstehen zu lassen. Mehr lesen …
icon-angle icon-bars icon-times