Kommunikationsfähigkeit

Kommunikationsfähigkeiten einer Pflegekraft

Persönliche Verbindungen herstellen

Zusätzlich zu den Persönlichkeitsmerkmalen einer Pflegekraft sind Kommunikationsfähigkeiten (auch interpersonale Fertigkeiten genannt) notwendig, um persönliche Verbindungen herzustellen und Beziehungen zu Pflegeempfängern, Familienmitgliedern und anderen Fachleuten aufzubauen. Erfolgreiche Kommunikation ist bei der Arbeit mit Menschen von größter Bedeutung. Persönliche Bindungen werden nicht geschaffen und Beziehungen entstehen nicht ohne richtige Kommunikation oder Verständnis. Kommunikation ist einfach der Austausch von Information durch verbale (Sprache) oder nonverbale (Schrift, Signale und Äußerungen) Mittel. Die Schwierigkeit bei der Kommunikation besteht darin, wie Bedürfnisse, Gedanken und Gefühle gegenüber anderen zum Ausdruck gebracht werden.

Die erste Überlegung ist, mit welchem Kommunikationsmodus die Botschaft übermittelt werden soll, dann die Wahl geeigneter und akkurater Worte oder Botschaften, um die Bedeutung effektiv zu vermitteln. Qualitativ hochwertige Kommunikationsfähigkeiten sind unerlässlich, die zu einfallsreichen, fruchtbaren und kooperativen Ergebnissen führen. Konversation, Zuhören, Problemlösung, Konfliktlösung und Entscheidungsfindung sind zwischenmenschliche Fähigkeiten, die für eine effektive Kommunikation entwickelt werden müssen. Diese Faktoren sind die Grundlagen dafür, wie kommunizieren wir mit anderen. Unsere Fähigkeiten in diesen Kompetenzbereichen spiegeln wider, wie wir mit anderen Menschen umgehen und interagieren. Kommunikationsfähigkeiten entwickeln sich im Laufe der Zeit mit Anstrengung und Erfahrung.

Die folgenden Vorschläge können Interaktionen und Beziehungen direkt verbessern:

Pflege Info - Seniorenbetreuung Wien - Angehörige

Komponenten einer wirksamen Kommunikation

pflege_kommunikation_24h_betreuung
  • Betrachten Sie Situationen aus dem Blickwinkel eines anderen, um Ihre Vor- und Nachteile zu verstehen.
  • Achten Sie auf nonverbale Hinweise: Gesichtsausdrücke, Augenkontakt, Körperhaltung, Körperbewegungen und Gesten
  • Achten Sie auf verbale Hinweise: Lautstärke, Ton und Wortwahl
  • Nutzen Sie aktives Zuhören: Konzentrieren Sie sich auf den Sprecher, denken Sie nicht darüber nach, was Sie sagen werden als nächstes, und stellen Sie damit zusammenhängende Fragen
  • Stellen Sie offene Fragen, um einen Redner zu ermutigen, seine Wünsche zu erläutern und Bedürfnisse, Gedanken und Meinungen Bitten Sie um Feedback und Rat
  • Wissen, wann es am besten ist, nichts zu sagen

Absprachen mit dem Arbeitgeber

Den meisten Menschen ist es wichtiger, dass sie gehört und angehört werden, als ob der Zuhörer mit ihren Gedanken oder Meinungen übereinstimmt. Ein Betreuer (24h Pflegekraft) ist oft in der Position, dieser Zuhörer zu sein. In vielen Pflegesituationen wünschen sich die Pflegebedürftigen einen objektiven Zuhörer, dem sie ihre Gefühle und Ängste bezüglich gegenwärtiger oder zukünftiger Umstände ausdrücken können, anstatt Ratschläge zu erteilen, was sie tun oder lassen sollten. Pflegebedürftige neigen dazu, sich beim Austausch von Gedanken und Gefühlen mit ihrer Familie und ihrem Arzt verletzlich zu fühlen, aus Angst davor, wie diese anderen auf die geteilten Informationen reagieren und reagieren werden. Eine häufig von Pflegebedürftigen gehörte Sorge ist, dass, wenn sie bestimmten anderen zu viele Informationen über die Bereiche geben, in denen sie Hilfe benötigen, ihnen das Entscheidungsrecht entzogen wird und der Pflegebedürftige den Entscheidungen der anderen unterworfen wird. Häufig hat ein Pflegebedürftiger den Eindruck, dass das Teilen von Informationen mit einem Leistungserbringer im Hinblick auf unerwünschte Veränderungen weniger riskant ist. Der Betreuer braucht keine Antworten zu haben, da der Pflegebedürftige tatsächliche oder erwartete Herausforderungen verarbeitet; Antworten sind weniger wichtig, als dem Pflegebedürftigen aufmerksames Zuhören zu bieten. Ein anderes Mal findet ein Pflegebedürftiger Trost darin, sinnvolle Geschichten und Ereignisse aus der Vergangenheit auszutauschen, auch bekannt als Reminiszenz. Wenn die Beziehung zwischen dem Betreuer und dem Pflegebedürftigen gut etabliert ist, kann der Pflegebedürftige den Betreuer um weiteren Input bitten. In diesem Fall kann der/die Betreuer/in das Gespräch und den/die Betreuten mit Respekt behandeln, indem er/sie Fragen stellt und Kommentare beisteuert.

Körpersprache und Mimik eines Pflegebedürftigen

Es ist besonders wichtig, Körpersprache und Mimik der nonverbalen Pflegeempfänger zu beobachten, um persönliche Bedürfnisse zu ermitteln. Bei der Arbeit mit einem Pflegebedürftigen, der nicht in der Lage ist, Wünsche und Bedürfnisse zu verbalisieren, sind die besten Kommunikationsmöglichkeiten einfache Fragen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden müssen. Ermutigen Sie den Pflegebedürftigen, falls er körperlich dazu in der Lage ist, Nachrichten und Mitteilungen zu schreiben. Der nicht verbale Pflegebedürftige kann mit Kopfbewegungen antworten, wenn er physisch und kognitiv in der Lage ist, zu verstehen. Menschen mit fortgeschrittener Alzheimer-Krankheit oder einer anderen Demenz können die Fähigkeit zu artikulieren oder zu sprechen verlieren, und die Kommunikation kann eine Herausforderung darstellen. Ein Pflegeempfänger, der sich nicht verbalisieren kann, versteht möglicherweise den Inhalt von Gesprächen oder die gestellten Fragen nicht.

Eine (24h Pflegekraft) muss sich auf ihre Intuition und ihr Urteilsvermögen sowie auf ihre Fähigkeit verlassen, sachdienliche Fragen mit einem verständlichen Ansatz zu stellen, um die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen zu ermitteln. In diesen Situationen wird dringend empfohlen, das Gespräch mit dem Pflegebedürftigen fortzusetzen, da es Anregungen und menschliche Kontakte bietet, die den Pflegebedürftigen beruhigen oder eine angespannte Dynamik deeskalieren können. Es hilft dem Pflegebedürftigen, sich verbunden zu fühlen, was auch dazu beiträgt, die unausgesprochenen Bindungen zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen zu stärken.
Die Leistungserbringer können eine qualitativ hochwertige Kommunikation entwickeln, indem sie die Konvergenz und Zuhörerfähigkeiten sowie die Problemlösungs-, Konfliktlösungs- und Entscheidungsfähigkeiten verbessern. In vielen Fällen muss der Seniorenbetreuer unter Umständen sofort Vorschläge machen und Urteile abgeben, besonders wenn er mit dem Pflegebedürftigen allein ist. Die Erweiterung dieser Kommunikationsfähigkeiten zur persönlichen und beruflichen Entwicklung erfordert Zeit, Verständnis und Übung.

Kommunikation mit der Familie

Jede Familie hat einen einzigartigen Kommunikationscode für den Austausch und die Verarbeitung von Informationen; innerhalb des Familiensystems hat jedes Mitglied Wahrnehmungen und Erfahrungen, die die individuelle Interpretation von Informationen und Ereignissen beeinflussen. Die unterschiedlichen Reaktionen und Reaktionen der Familienmitglieder können zu Spannungen oder Konflikten führen, die eine kooperative Planung und Entscheidungsfindung verhindern können; von Bedeutung ist, wie sich die Kommunikation in der Familie auf die aktuelle Pflegesituation auswirkt. Die Rollenwahrnehmung von Familienmitgliedern kann in Pflegesituationen eine ernsthafte Herausforderung darstellen, insbesondere dann, wenn die Familienmitglieder über die Art und Weise, wie ein Elternteil gepflegt werden soll, uneins sind. Um gemeinsam auf eine qualitativ hochwertige Pflege hinzuarbeiten, ist es am besten, wenn ein Pflegedienstleister sein Urteil aufschiebt: Es ist wahrscheinlich, dass der Betreuer eine Seite der Geschichte von einem Familienmitglied hört und es ihm an einer Perspektive von anderen fehlt.

Andere Quellen für familiäre Konflikte sind:

  • Eine Geschichte von Kommunikations- und Beziehungsschwierigkeiten
  • Unterschiedliche Perspektiven, die kooperative Entscheidungsfindung verbieten
  • Familiengeheimnisse oder Simulations-Geschichten, die einige Mitglieder für sich behalten wollen Schuldgefühle oder Wut auf die Eltern oder andere Familienmitglieder
  • Ein Familienmitglied, das mehr Verantwortung übernimmt (Zeit, Unterstützung, Geld) als andere
  • Ungleiche Entscheidungsfähigkeit, z.B. wenn eine Person diktiert was mit dem Klienten (in der Regel den Eltern) geschehen wird und nicht – andere Familienmitglieder in den Entscheidungsprozess einzubeziehen Mangel an Ressourcen wie Zeit, Geld und Menschen

Pflegedienst sollte sich für die Interessen des Pflegebedürftigen einsetzen

Die Fürsorge für einen geliebten Menschen bedeutet in der Regel eine zusätzliche Belastung für die Familien, die bereits durch die vergangenen oder gegenwärtigen Rollenverschiebungen der Familienmitglieder, einschließlich der Pflegebedürftigen, belastet sind, insbesondere wenn eine gesundheitliche Angelegenheit dringende Entscheidungen erfordert. Entscheidungen am Lebensende, wie das Zurückhalten oder Zurückziehen von lebenserhaltenden Maßnahmen, können zu äußerst schwierigen emotionalen Umständen führen. Ein weiteres Dilemma entsteht, wenn der Pflegebedürftige als unabhängig betrachtet wird und Entscheidungen trifft, obwohl es ihm an gutem Urteilsvermögen mangelt. Familienmitglieder wollen das Bedürfnis des Pflegebedürftigen nach unabhängiger Entscheidungsfindung mit dem Bedürfnis nach Sicherheit und Wohlbefinden.

Darüber hinaus wird es eine Betreuungsdynamik geben, die von Familienmitgliedern geschaffen wird, die die Umstände kontrollieren wollen, indem sie unrealistische Erwartungen stellen und dem betreuten Familienmitglied, das noch unabhängig und entscheidungsfähig ist, Entscheidungen aufzwingen.

Pflegebedürftige oder Familienmitglieder können Situationen provozieren und sich in einer manipulativen Weise verhalten. Diese Situationen entstehen in der Regel, weil ein Bedürfnis besteht, das nicht erfüllt wird, und der Pflegebedürftige oder die Familienmitglieder verzweifeln. Der beste Ansatz, den ein häuslicher Pflegedienst in solchen unangenehmen Situationen verfolgen kann, besteht darin, der anderen Person zuzuhören, den Bedarf zu ermitteln und Schritte zur Problemlösung oder Konfliktlösung zu unternehmen, um im besten Interesse des Pflegebedürftigen zu handeln.

Der häusliche Pflegedienst sollte sich für die Interessen des Pflegebedürftigen einsetzen, indem er sich auf seine Bedürfnisse konzentriert und darauf achtet, nicht in eine Familienfehde zu geraten. Es liegt nicht in der Verantwortung des Betreuers, Familienkonflikte zu lösen.

Manche Menschen sind empfänglicher für die Anregung, externe Unterstützung zu suchen, wenn dieser Rat von einem Nicht-Familienmitglied kommt. Die Seniorenbetreuer können Familienmitgliedern empfehlen, an Selbsthilfegruppen teilzunehmen oder mit einem Sozialarbeiter zu sprechen, wenn die Familienbeziehungen ernsthaft belastet sind. Es kann sich als notwendig erweisen, einem oder allen Familienmitgliedern zu empfehlen, mit einem professionellen Berater zu sprechen.

Seniorenbetreuung – Häusliche Pflege

Beobachtungsfähigkeiten

weitere informationen laden Pflegeberatung

Wo bean­trage ich Pflegegeld? Muss die Wohnung umgebaut werden? Welche Hilfen gibt es überhaupt? Berater helfen Familien im Pflegefall, den Alltag neu zu organisieren. Pflegeberatung, mehr lesen …

Nach dem Krankenhaus

Entlassungsmanagement. Wer aus der Klinik kommt, ist noch lange nicht gesund Krankenhäuser müssen alles Nötige organisieren, damit Patienten gut versorgt sind. Das Entlassungsmanagement, welches auch von der Österreichischen Regierung unterstüzt wird, sollte Ihnen hierbei behilflich sein! Sie können auch Rat von diversen Pflegefirmen holen wie z.B. von Betreuer24.

Einfacher leben mit Ausweis

Schwerbehindert. Jeder Schwerbehinderte hat ein Recht auf Hilfe Und Unter­ stützung. Voraussetzung dafür ist ein Schwerbehin­ dertenausweis.

Behindertenausweis: Mehr lesen …

Gut versorgt daheim

Wenn der Alltag gut organisiert wird, können alte und kran­ke Menschen noch jahrelang in ihren eigenen vier Wän­den leben. Dienstleister hel­fen ihnen dabei.

Geld für Hilfe – Pflegeförderung

Persönliches Budget. Senioren, Alters kranke, Behinderte und chronisch kranke Menschen können ihre benötigte Hilfe im Alltag selbst organisieren und so vom Leistungsempfänger zum Arbeitgeber werden.

Gegen die Einsamkeit

Senioren mit wenigen Sozialkontakten erkranken häufiger und müs­sen früher in ein Heim. Eh­renamtliche Besuchsdienste helfen das zu vermeiden.

Trost und Rat für Pflegebegleiter

Wer Ange­hörige pflegt, stößt oft selbst an seine Belastungsgrenzen. Ehrenamtliche Pflegebeglei­ter kümmern sich um die Pflegenden, beraten sie und hören zu.

Hilfe für Pflegebegleiter

Wer einen An­gehörigen zu Hause pflegt, fühlt sich oft alleingelassen. Selbsthilfegruppen und Kurse bieten Kontakt zu an­ deren – häufig auch online.

Wohnformen für Senioren

Diese Möglichkeiten für das Wohnen im Alter gibt es:

Mobile Pflege- und Betreuungsformen
Den mobilen Pflege- und Betreuungsformen sind die sogenannten mobilen Dienste zugeordnet. Sie umfassen eine Summe unterschiedlicher Leistungsangebote für die Pflege und Betreuung alter Menschen in deren eigener Wohnung (24 Stunden Pflege zu Hause). Sie werden auch als ambulante oder mobile Dienste, soziale Dienste, Gesundheitsdienste oder 24 Stunden Pflege – Dienste bezeichnet und beinhalten im Wesentlichen die Heimhilfe, die Hauskrankenpflege und die medizinische Hauskrankenpflege, Besuchs- und Reinigungsdienste sowie die (24-Stunden-) Personen-Betreuung.
Heimhilfe
Die Aufgabengebiete der Heimhilfe sind im Wesentlichen die Hilfestellung bei Hausarbeiten – was bestimmte leichte Reinigungsarbeiten (wie die Reinigung in Bad und WC, Staubsaugen, Bodenkehren oder Bettenmachen) inkludiert –, die Wäscheversorgung, die Reinigung von Geschirr und das Vorbereiten von Mahlzeiten, aber auch die Besorgung des Einheizens, die Erledigung von Einkäufen und Besorgung von Medikamenten, die Versorgung von Haustieren, die Förderung von Sozialkontakten und die Unterstützung bei der Basisversorgung. Diese umfasst eine unterstützende Versorgung in Zusammenhang mit Körperpflege und Bewegung, dem Ausscheiden, beim An- und Auskleiden sowie beim Essen und Trinken, ebenso die Assistenz bei der Einnahme von oralen Medikamenten bzw. das Erinnern an die Einnahme, ebenso z. B. die Applikation von verordneten Salben, Cremes oder Pflegeprodukten. Anzumerken ist hier, dass die Unterstützung bei der Basisversorgung (einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln) nur unter Anleitung und Aufsicht von Angehörigen der Gesundheitsberufe durchgeführt werden darf.
Hauskrankenpflege
Die Hauskrankenpflege wird – mit unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen – von Pflegeassistenten und von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege durchgeführt, wobei die Pflegeassistenten unter Anordnung und Aufsicht des gehobenen Dienstes arbeiten. Sie umfasst pflegerische Maßnahmen wie Körper-, Haut-, Haar- und Zahn- pflege sowie in Zusammenhang mit Ernährung, Mobilisation und Lagerung, Inkontinenz -versorgung und einfacher Wundversorgung, ebenso die Krankenbeobachtung und prophylaktische Pflegemaßnahmen (etwa das Anlegen von Bandagen) und schließlich die Pflege, Reinigung und Desinfektion verwendeter Pflegebehelfe. Der gehobene Dienst führt neben den Tätigkeiten der medizinischen Hauskrankenpflege beispielsweise auch die Erhebung des Pflege- und Betreuungsbedarfs durch, erstellt Pflege- und Betreuungspläne, ist für die Überwachung, Koordination und Evaluierung des Pflege- bzw. Betreuungsprozesses verantwortlich, leitet außerdem Klienten oder deren Angehörige an oder schult sie, wenn erforderlich und möglich, in der Durchführung bestimmter Tätigkeiten ein.
Medizinische Hauskrankenpflege
Die medizinische Hauskrankenpflege ist eine Leistung, die den Aufenthalt in einem Krankenhaus ersetzen bzw. verkürzen soll. Sie erfolgt ausschließlich durch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege und umfasst besondere Pflegeleistungen. Dies sind jene, die im sogenannten »mitverantwortlichen Bereich« liegen, was bedeutet, dass auf ärztliche Anordnung bei therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen mitgewirkt wird. Dabei handelt es sich etwa um Vorbereitung und Verabreichung von Medikamenten und Injektionen (zumeist subkutan und intramuskulär), das Setzen von transurethralen Blasenkathetern, die Blutentnahme aus Venen und Kapillaren, die Durchführung von Darmeinläufen, Wundmanagement bzw. Versorgung von Wunden, Durchführung von Verbandswechseln, die Versorgung von Sonden und die Durchführung von Sondenernährung oder die Stomaversorgung. Die medizinische Hauskrankenpflege ist zunächst auf eine Dauer von vier Wochen beschränkt und muss danach Chef-ärztlich bewilligt werden. Für den Klienten ist sie kostenfrei, während für die nichtmedizinische Hauskrankenpflege das Pflegegeld vorgesehen ist.
Besuchsdienste
Das Tätigkeitsgebiet von Besuchsdiensten liegt hauptsächlich in der Förderung und im Angebot sozialer Kontakte sowie in der Erledigung von Einkäufen und Botengängen bzw. der Begleitung dabei. Es kommen also Spaziergänge, die Begleitung zu Terminen aller Art (Arzt, Behördengänge, kulturelle Veranstaltungen, Ambulanzen oder Fußpflege etc.) infrage. Besuchsdienste können auch die Pflege von Blumen, Zimmerpflanzen und Tieren über- nehmen, die Angehörigen von zu betreuenden Personen unterstützen und etwa die Post bei sehbehinderten Klienten erledigen. Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet ist die Beschäftigung mit der zu betreuenden Person durch Spiele, Gespräche oder Ähnliches.
Reinigungsdienste
Diese Art von diensten führen Reinigungs- und Aufräumarbeiten durch, wozu etwa die Reinigung von Böden und Fenstern, Türen und sanitären Bereichen gehört. Auch die Pflege von Möbeln, das Waschen und Wechseln von Vorhängen ist ihrem Tätigkeitsbereich zuzurechnen, während die Heimhilfe beispielsweise Staub saugt, kleinere Reinigungsarbeiten durchführt oder Geschirr wäscht.
Personenbetreuung
Die Personenbetreuung ermöglicht Betreuung unter Einbeziehung einzelner leichter pflegerischer Leistungen an betreuungsbedürftigen Menschen, wobei das Tätigkeitsgebiet wie folgt aufgeteilt ist: Haushaltsnahe Tätigkeiten (von Botengängen über die Wäscheversorgung bis zur Reinigung) Tätigkeiten in Zusammenhang mit der Förderung sozialer Kontakte (z. B. auch gemeinsame Freizeitgestaltung) Tätigkeiten, die bei der Lebensführung unterstützen sollen Zu Letzteren zählen die Unterstützung bei der oralen Nahrungs-, Flüssigkeits- und Medikamenteneinnahme, die Unterstützung bei der Körperpflege sowie beim An- und Auskleiden, der Ausscheidung (Wechsel von Inkontinenzversorgungsartikeln und Benutzung von Toilette oder Toilettenstuhl) und schließlich die Unterstützung bei Bewegungsabläufen wie Aufstehen, Gehen oder Niederlegen.
Teilstationäre Pflege- und Betreuungsformen
Teilstationären Pflege- und Betreuungsformen ist gemeint, dass der alte Mensch dort nicht sein ganzes Leben verbringen muss, sondern sich nur teilweise dort aufhält, bzw. dass (wie etwa beim betreuten Wohnen) Pflege und Betreuung nicht rund um die Uhr, sondern nur punktuell stattfinden. Ihnen können wiederum
  • Akutbehandlung,
  • Angebote aus dem Bereich der Kurzzeitpflege,
  • Formen des betreuten Wohnens und
  • Tageszentren zugerechnet werden.
Akutbehandlung
Akut Geriatrie (Akutbehandlung) ist die Abteilungen in Akutkrankenhäusern, die die medizinische und pflegerische – disziplinübergreifende – Primärversorgung geriatrischer Klienten sicherstellen sollen. Des Weiteren dienen sie der Weiterversorgung und -behandlung geriatrischer Klienten aus anderen Bereichen. Wesentliche Aufgabe der Akut Geriatrie ist auch die Re-Mobilisation, also die Wiederherstellung von Mobilität und Selbstständigkeit, soweit dies möglich ist – manche Abteilungen haben den Terminus »Re-Mobilisation« daher ebenfalls in ihre Bezeichnung aufgenommen. Die Zielgruppen von akut Geriatrischen Abteilungen sind Klienten, bei denen folgende Kriterien vorliegen:
  • Somatische oder psychische Multimorbidität, die eine stationäre Akutbehandlung erforderlich macht.
  • Einschränkung oder Bedrohung der Selbstständigkeit durch den Verlust funktioneller
  • und ggf. kognitiver Fähigkeiten oder durch psychische Probleme im Rahmen einer Erkrankung.
  • Bedarf an funktionsfördernden, funktionserhaltenden oder Re-integrierenden Maßnahmen
Kurzzeitpflege
Kurzzeitpflege steht zunächst für die zeitlich befristete Unterbringung in einer Einrichtung für die geriatrische Pflege und findet zumeist aus drei Gründen statt:
  • Urlaubsbetreuung pflegebedürftiger Klienten zur Entlastung pflegender Angehöriger oder
  • Vorübergehende Unterbringung in einem Wohn- oder Pflegeheim aufgrund zeitweilig erhöhten Pflegebedarfs.
Formen des betreuten Wohnens
Beim betreuten (manchmal auch betreubaren) Wohnen sind zwei Leistungen miteinander gekoppelt. Die eine umfasst ein Wohnumfeld mit weitgehend barrierefreier Bewegungsmöglichkeit, die andere verschiedene Pflege- und Betreuungsleistungen. Die Angebote sind höchst unterschiedlich und enthalten verschiedene Leistungsspektren. Gemeinsam ist ihnen, dass die Klienten weitgehend unabhängig und selbstbestimmt in Wohnungen oder Appartements leben und dann Hilfe in Anspruch nehmen können, wenn sie nötig ist. Dies bietet die Kombination von Unabhängigkeit und Sicherheit und stellt eine Alternative zum Umzug in ein Pflegeheim dar. Am einfachsten ist das betreute/betreubare Wohnen für ältere Menschen mit leichtem Bedarf an Pflege bzw. Betreuung umsetzbar. Durch Rufanlagen zu Pflegestützpunkten bzw. Notrufanlagen zu Rettungsdiensten werden die erforderlichen Leistungen sichergestellt, wobei im Bedarfsfall Pflege- oder Betreuungspersonen gerufen werden können, manchmal kommen diese auch regelmäßig zu vereinbarten Fixzeitpunkten. Die Klienten können entweder im eigenen Wohnumfeld kochen oder auf Dienste zurückgreifen (und sich etwa der Möglichkeit bedienen, mit Mahlzeiten versorgt zu werden). Betreutes Wohnen wird in Form eigener Wohnhäuser oder an Pflegeheime angeschlossen angeboten.
Tageszentren
Tageszentren für Senioren bieten die Möglichkeit der individuellen Betreuung tagsüber, meist an Wochentagen im Zeittraum von 8 bis 17 Uhr. Üblicherweise kann auch ein nur tageweiser Besuch erfolgen. Voraussetzung für den Besuch eines Tageszentrums seitens des Klienten ist lediglich, dass er nicht bettlägerig ist. Pflege und Betreuung können auf ein eventuelles Krankheitsbild abgestimmt erfolgen (z. B. Insult, Parkinson-Erkrankung, demenzielle Erkrankung). Abholung und Transport nach Hause erfolgen in der Regel durch Fahrtendienste, deren Organisation wiederum durch das Tageszentrum durchgeführt wird. Im Rahmen der dort angebotenen Pflegeleistungen können auch Unterstützung bei der Inkontinenzversorgung, Kontrollen und evtl. erforderliche weitere pflegerische Tätigkeiten – in manchen Einrichtungen sogar Körperpflege bis hin zum Vollbad – erfolgen, ebenso Beratungen durch Sozialarbeiter bzw. Beratung von Angehörigen. Besondere Schwerpunkte in Tageszentren sind aber die bedarfsgerechte Animation und Beschäftigung (Gedächtnistraining, Bastel- und Werkgruppen, Musikgruppen, Feste, Feiern und Ausflüge), Bewegungstraining oder Therapien zur Wiederherstellung der Alltagsfertigkeiten. Auch im Tageszentrum wird interdisziplinär gearbeitet, pflegende (Pflegeassistenten und der gehobene Dienst), Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Animateure sowie Sozialarbeiter sind um die gemeinsame Pflege, Förderung und Betreuung der Klienten bemüht. Ziele der Betreuung und Versorgung in Tageszentren sind die Integration in die Gemeinschaft und Gesellschaft, die Wiederherstellung verschiedener Fähigkeiten, die Förderung von Ressourcen und die Vermeidung von Isolation.
Stationäre Pflege- und Betreuungsformen
Kann der Pflegebedarf im häuslichen Umfeld auch durch 24-Stunden-Betreuung / Pflege bzw. andere Dienste nicht mehr ausreichend sichergestellt werden, ist die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung möglich. Mehr lesen …
Wohngemeinschaften, Hausgemeinschaften
Abgesehen davon, dass Betagte sich natürlich (wie jüngere Menschen auch) in Wohngemeinschaften zusammenfinden und diese Wohn- und Lebensform grundsätzlich auch völlig autonom organisieren können, wird sie auch in Form betreuter Wohngemeinschaften angeboten (z. B. Caritas Socialis, Wiener Hilfswerk, Wiener Sozialdienste Alten- und Pflegedienste GmbH oder Kuratorium Wiener Pensionistenhäuser, Hausgemeinschaften der Caritas »Casa« oder der Diakonie). Mehr lesen …
Generationen-Wohnen
Die Idee des Generationen-Wohnens ist es, ein Miteinander von Jungen und Älteren zu schaffen, das allen zugutekommt. Grundsätzlich kann es auch als Versuch verstanden werden, eine Atmosphäre bzw. Lebensstruktur, die jener der Großfamilie (die es heute meist nicht mehr gibt) ähnelt, entstehen zu lassen. Mehr lesen …
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